Quantensprünge halten fit

VÖB-Service wird zur agilen Manufaktor

Kryptische Welt der Quanten

Jeder Mensch nutzt heutzutage Quantenphysik – kaum einer versteht sie. LEDs, CD-Player, Laserpointer und Digitalkameras wären ohne das Erforschen der Quantenwelt nicht möglich gewesen.

Auch an Quantencomputern wird geforscht. Was immer noch nach Science Fiction klingt, ziert inzwischen Umschlag und Innencover unseres Jahresberichts:

Der erste cloudbasierte, somit von jedem Menschen universell nutzbare Quantenrechner von IBM. Herkömmliche Computer sind gut für komplizierte Aufgaben. Sie rechnen binär, mit Bits: 0 und 1. Quantencomputer rechnen mit allem dazwischen: mit Qubits. Durch diese Unschärfe, „Superposition“ genannt, laufen Rechenvorgänge nicht nacheinander ab, sondern – mit Annäherungsalgorithmen –

gleichzeitig. Ihre Stärken beginnen bei komplexen Aufgaben, wo selbst Supercomputer an ihre physikalischen Grenzen stoßen. Dabei nutzen sie Quantengesetze, die Albert Einstein zwar schon ausrechnete, kritisch aber „spukhafte Fernwirkung“ nannte: Zwei atomare Teilchen, Photonen z.B., können verschränkt werden. Obwohl räumlich getrennt, verhalten sie sich wie ein einziges Objekt. Liest man per Messung die Information des einen Photons, ändert sich die des verschränkten Partners. Geschwindigkeitsfrei, also gleichzeitig. Wer es vermag, Photonen in Superposition bei minus 273,1°C hochabgeschirmt zu verschränken, kann Quantencomputer bauen! Teleportation und optische Pinzetten mit Traktorstrahl – das Vokabular von Star Trek – finden heute schon Anwendung. Quanteninternet und -satelliten werden für abhörsichere Konferenzen getestet. Die Kryptographie, also die sichere Verschlüsselung von Daten dank der „Monogamie der Verschränkung” (immer Pärchen, nie Dritte, nie Kopien), bekommt immense Bedeutung, nicht nur für den Bankensektor. Quantencomputer werden dabei zur Schlüsseltechnologie.


Agile Arbeitswelt der VÖB-Service

In unserer IT steht kein Quantencomputer. Sehr wahrscheinlich wird auch in zehn Jahren dort keiner stehen. Wegen seiner Größe und die seiner Kinderschuhe. Aber wir begleiten aufmerksam die Anfänge der „zweiten Revolution“, wie der Innovationsmotor Quantenmechanik genannt wird. Big Data, KI, Pharmazie, Materialforschung, Supply Chain Management, Logistik und das Finanzwesen sind zukünftige Steckenpferde für Quantencomputer. Unsere Unternehmenskultur fordert schon heute eine entsprechend agile Aufstellung.

Wir sind offen für komplexe Aufgaben. Wir sind wach, wenn es um unsere Zukunft geht. Wir gestalten sie gemeinsam. Oder, um leicht abgewandelt mit Rainer Maria Rilke zu sprechen: „Die Zukunft tritt in uns ein, um sich in uns zu verwandeln, lange bevor sie geschieht.“

Quantencomputer "IBM Q-System One"

Der erste integrierte universelle Quantencomputer der Welt für die wissenschaftliche und kommerzielle Nutzung 2,8 x 2,8 Meter | 20 Qubits, über die Cloud zugänglich Im Inneren der Glaskuppel werden -273,1°C erreicht.