Kundengerechte Produktinnovationen

für den Rechtsbereich

„Houston, wir haben hier ein Problem“ – mit diesem Satz informierte James Lovell im April 1970 die Bodenkontrolle über einen der größten Zwischenfälle in der Geschichte der Raumfahrt. Ein Sauerstofftank war explodiert und die Atemluft reicherte sich mit tödlichem Kohlendioxid an. Die Astronauten mussten schnellstens einen Luftfilter bauen – aber wie? Verschiedene Experten im Kontrollzentrum breiteten Gegenstände, die sich an Bord der Raumkapsel befanden, wie Plastiktüten, Flugpläne, Klebeband und Socken, auf dem Tisch aus und es gelang ihnen tatsächlich, damit in kürzester Zeit einen Filter zu bauen, dessen Nachbau den Astronauten an Bord am Ende das Leben rettete. Das, was man sich damals ganz intuitiv zunutze gemacht hat, um schnell und kreativ eine Lösung zu finden, wird heute mit dem Begriff Design Thinking definiert – ein Ansatz, bei dem Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen schnell und kompetent eine bestimmte Fragestellung oder ein Problem strukturiert lösen.

Wenn auch die Probleme nicht immer gleich so dramatisch wie bei der damaligen Apollo 13-Mission sind, so treffen wir auch heute bei unserer Arbeit in der Rechtsabteilung der VÖB-Service GmbH täglich auf Fragestellungen und Probleme, bei denen es gilt, strukturiert und zeitnah eine Lösung zu finden und ein entsprechendes Produkt hierfür zu entwickeln.

Die Bankenkrise 2008 und der damit verbundene Wunsch, den Derivatemarkt künftig transparenter und sicherer zu machen, generiert seither eine Vielzahl von aufsichtsrechtlichen

Anforderungen und Regelungen, die für die Kreditwirtschaft mit einem extrem hohen personellen und kostenintensiven Aufwand verbunden sind. Schon seit Jahren hat es sich VÖB-Service hier zur Aufgabe gemacht, mit ihren Beratungs- und Softwareprodukten genau für diese Problemstellungen zielgerichtete und kundenorientierte Lösungen zu finden und verfügbar zu machen.

Parallel zur Neufassung der Regelungen zur bilateralen Besicherung im Jahr 2016 hat VÖB-Service in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Kunden sowie Juristen, IT- und Bank-Experten an einer Lösung zur Abbildung der neuen Besicherungspflichten gearbeitet. Dabei stand die Fragestellung im Vordergrund, was der Kunde wann konkret benötigt, wie sich dies nutzerfreundlich abbilden und in die vorhandene Architektur einbinden lässt. Bereits im November 2016 wurden dann die ersten entsprechenden Funktionalitäten zur Abbildung der Variation Margin (VM) ausgeliefert.
In einer zweiten Arbeitsgruppe wurden die schrittweise in Kraft tretenden Erfordernisse zur Abbildung der Initial Margin (IM) erarbeitet. Zum 30. Juni 2019 kam schließlich die neue Komponente LeDIS *IM auf den Markt, in der alle IM-relevanten Funktionalitäten sowie Vereinbarungen und Gutachtenauswertungen einbezogen sind. Nur durch die Einbindung der Kunden sowie der unterschiedlichen Experten und eines klar definierten Prozesses war es möglich, parallel zur regulatorischen Entwicklung eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln, die allen Anwendern rechtzeitig vor Inkrafttreten der IM-Pflicht (Phase 4) zur Verfügung steht.
Einen weiteren Schritt geht VÖB-Service mit der Entwicklung einer Vertragsabschluss Lösung auf Blockchain-Basis. Mit dieser Anwendung ist es möglich, Anpassungen bestehender Verträge rechtswirksam „per Knopfdruck“ mit Vertragspartnern individualisiert zu vereinbaren oder auch neue Verträge abzuschließen. Das Projekt durchläuft eine Vielzahl von iterativen Phasen, bei denen der Entwicklungsstand immer wieder neu aus Sicht des Kunden hinterfragt wird. Collaboration, die ergebnisorientierte Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Personen, Teams, Unternehmen und Kunden ist für die Abteilung Recht nicht nur ein Slogan, sondern eine Grundvoraussetzung und gelebte Praxis für die Entwicklung bedarfsgerechter Produktinnovationen und Lösungen, die für den Kunden einen echten Mehrwert bedeuten und erfol
greich am Markt etabliert werden können.